ERP-Auswahl: In 6 Schritten zum passenden ERP-System

Ein ERP-System begleitet ein Unternehmen viele Jahre. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie in sechs Schritten auswählen, welche Kriterien zählen und wann Standardsoftware, Eigenentwicklung oder eine konfigurierbare Plattform passt.

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Objekt-Designer in XGait Studio in der Ansicht Karte: Objekte wie Adressen, Anlagen, Angebote, Serviceaufträge, Ersatzteile, Wareneingänge und Arbeitszeiten als Kästen, verbunden durch Linien für Relationen, Rollups, Workflows und Zugehörigkeit; links der KI-Assistent
Aus der Demo-Instanz: die Karte aller Objekte und ihrer Verknüpfungen. Bei der ERP-Auswahl lohnt die Frage, ob Sie so etwas für Ihr eigenes System zu sehen bekommen. Die Plattform-KI links ist standardmäßig aus.

Stand: 5. November 2026 · Verantwortlich: Niclas Baldus, Baldux GmbH

So wählen Sie ein ERP-System aus

Eine gute ERP-Auswahl beginnt nicht mit Anbietern, sondern mit Ihren Abläufen. Klären Sie zuerst Ziele und Prozesse, halten Sie die Anforderungen in einem Lastenheft fest, und messen Sie erst dann Systeme daran: zunächst grob nach Kategorie, dann in Präsentationen mit Ihren eigenen Fällen. Entscheiden Sie am Ende nach den Kosten über fünf Jahre und nach Referenzen, nicht nach dem Eindruck einer Vorführung.

Die ERP-Auswahl ist der Teil vor der eigentlichen Einführung. Wie es nach der Entscheidung weitergeht, mit Umsetzung, Datenübernahme und Start, beschreibt unser Ratgeber zur ERP-Einführung. Die sechs Schritte der Auswahl im Überblick:

1. Ziele

  • Warum ein neues System?
  • Was soll besser werden?
  • Budget und Rahmen

2. Prozesse aufnehmen

  • Abläufe heute
  • Sonderfälle
  • Abläufe künftig

3. Lastenheft

  • Anforderungen mit muss, soll, kann
  • Mengengerüst
  • Schnittstellen

4. Longlist

  • Nach Kategorien sortieren
  • Ausschlusskriterien anwenden
  • Shortlist mit wenigen Kandidaten

5. Präsentationen

  • Mit eigenen Fällen
  • Gleiches Drehbuch für alle
  • Bewertung im Team

6. Entscheidung

  • Kosten über 5 Jahre
  • Referenzen anrufen
  • Vertrag und Start

Schritte 1 bis 3: Ziele, Prozesse und Lastenheft

Im ersten Schritt halten Sie fest, warum Sie ein neues System brauchen. Typische Gründe sind doppelte Erfassung, fehlender Überblick über Aufträge und Bestände oder ein altes Programm, das sich nicht mehr anpassen lässt. Schreiben Sie zu jedem Ziel auf, woran Sie später erkennen, dass es erreicht ist. Legen Sie außerdem fest, wer im Auswahlteam sitzt und wer am Ende entscheidet.

Im zweiten Schritt nehmen Sie die Prozesse auf: wie Aufträge, Einkauf, Lager, Service und Rechnung heute laufen und wie sie künftig laufen sollen. Wichtig sind die Sonderfälle, denn an ihnen zeigt sich später, ob ein System passt. Wie man dabei vorgeht, erklärt unser Ratgeber zur Prozessanalyse.

Im dritten Schritt wird daraus das Lastenheft: nummerierte Anforderungen mit Gewichtung, ein Mengengerüst, Rollen, Schnittstellen und Rahmenbedingungen. Es ist das Dokument, mit dem Sie Anbieter anfragen, und sorgt dafür, dass alle an denselben Anforderungen gemessen werden. Einen einfachen Einstieg bietet der ERP-Lastenheft-Generator auf xgait.com/erp-lastenheft: Sie erzählen Ihre Abläufe, sehen Ihr Unternehmen als Grafik und laden das Lastenheft herunter.

Schritt 4: die Longlist nach Kategorien

Bevor Sie einzelne Anbieter vergleichen, lohnt der Blick auf die Art der Lösung. Grob lassen sich drei Kategorien unterscheiden, und jede passt zu anderen Unternehmen. Sortieren Sie die Longlist danach und streichen Sie mit wenigen harten Ausschlusskriterien, etwa Hosting-Standort, Branche oder Budget, bis eine Shortlist mit wenigen Kandidaten bleibt.

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  • ✓Standardsoftware — Ein fertiges Programm mit festgelegten Abläufen, angepasst über Einstellungen und Zusatzmodule. Passt gut, wenn Ihre Abläufe dem Branchenüblichen entsprechen und Sie bereit sind, sich an den Standard anzupassen. Tiefe Anpassungen werden oft teuer und erschweren Updates.
  • ✓Eigenentwicklung — Software, die ein Dienstleister oder das eigene Team für Sie programmiert. Passt, wenn Ihr Ablauf sehr speziell ist und Sie Entwicklung und Pflege dauerhaft tragen können. Aufwand, Abhängigkeit von einzelnen Entwicklern und Betrieb liegen dann bei Ihnen.
  • ✓Konfigurierbare Plattform — Ein festes Grundgerüst aus geprüften Bausteinen wie Objekten, Feldern, Status und Workflows, das für Ihr Unternehmen eingestellt wird. Passt, wenn Ihre Abläufe vom Standard abweichen, Sie aber keine eigene Software pflegen wollen.

Schritt 5: Präsentationen mit eigenen Fällen

Lassen Sie sich nicht die Standardvorführung zeigen, sondern Ihre eigenen Abläufe. Schicken Sie allen Kandidaten vorab dasselbe Drehbuch mit zwei oder drei echten Vorgängen, darunter mindestens einen schwierigen Sonderfall, zum Beispiel eine Teillieferung mit Reklamation oder einen Serviceeinsatz mit verbauten Ersatzteilen. So vergleichen Sie Gleiches mit Gleichem.

Laden Sie zu den Präsentationen die Menschen ein, die später damit arbeiten. Bewerten Sie direkt danach im Team, solange der Eindruck frisch ist, und halten Sie offene Fragen schriftlich fest. Fragen Sie bei jedem Punkt nach, ob er heute so funktioniert oder erst durch Anpassung, Zusatzmodul oder Programmierung entsteht.

Halten Sie die Bewertung in einer einfachen Matrix fest: Zeilen sind die Anforderungen aus dem Lastenheft mit ihrer Gewichtung, Spalten die Kandidaten. Jede Person aus dem Team vergibt Punkte von 0 bis 3, wobei 0 für „nicht möglich“ und 3 für „funktioniert so, wie wir arbeiten“ steht. Wichtig ist eine eigene Spalte für die Frage, wie eine Lösung zustande kommt, denn ein Punkt, der nur durch Programmierung erreicht wird, kostet später bei jedem Update. Lassen Sie sich die gezeigten Vorgänge zum Schluss als echte Datensätze zeigen, mit Status, Verlauf und den Feldern, die Sie im Alltag brauchen.

Datensatz einer Reklamation in XGait mit Statusleiste von Neu bis Erledigt, Kunde, Frist, Fristampel sowie den Gruppen Eingang, Kunde und Bezug und Fehler
Aus der Demo-Instanz: ein Vorgang als echter Datensatz mit Status, Frist und Bezug zum Kunden. So sollte ein Sonderfall aus Ihrem Drehbuch in der Präsentation aussehen.

Kriterien für die ERP-Auswahl

Neben den Funktionen entscheiden einige Kriterien darüber, wie gut ein System über Jahre zu Ihnen passt. Diese Punkte sollten Sie bei jedem Kandidaten klären:

  • ✓Lizenzmodell — Abrechnung pro Benutzer oder nach Umfang? Bei Abrechnung pro Benutzer steigen die Kosten mit jedem Mitarbeiter, der Zugang braucht, etwa im Lager oder im Außendienst. Bei Abrechnung nach Umfang zählen Module und Daten.
  • ✓Eigene Instanz oder geteilte Cloud — Läuft Ihr System mit eigener Datenbank, oder teilen sich viele Kunden eine Umgebung? Davon hängen Datentrennung, Update-Zeitpunkte und Anpassbarkeit ab. Fragen Sie auch nach dem Hosting-Standort.
  • ✓Anpassbarkeit — Wie werden Änderungen umgesetzt: durch Einstellungen oder durch eigenen Code? Wer darf sie vornehmen, und bleiben sie bei Updates erhalten?
  • ✓Schnittstellen — Welche Anbindungen gibt es für Buchhaltung, Webshop, Versand und Banken? Gibt es eine dokumentierte API, und was kostet eine neue Anbindung?
  • ✓Datenübernahme — Wer übernimmt Kunden, Artikel und offene Vorgänge aus dem alten System, in welchen Formaten, und gibt es einen Probelauf? Wie kommen Sie bei einem späteren Wechsel wieder an Ihre Daten?
  • ✓Betrieb — Wer kümmert sich um Hosting, Sicherungen, Updates und Überwachung? Was davon ist im Preis enthalten, und wer ist im Störungsfall erreichbar?

Schritt 6: Entscheidung mit Kosten über 5 Jahre

Vergleichen Sie nicht den Einstiegspreis, sondern die Kosten über fünf Jahre. Dazu gehören die Einführung, laufende Lizenz- oder Nutzungsgebühren, Hosting und Betrieb, Anpassungen, Schnittstellen, Schulung und der interne Aufwand Ihrer Mitarbeiter. Rechnen Sie mit Ihrem eigenen Wachstum: Was kostet das System, wenn in drei Jahren mehr Menschen damit arbeiten oder ein neuer Bereich dazukommt? Mehr dazu im Ratgeber zu den ERP-Kosten.

Rufen Sie vor der Entscheidung Referenzen an, am besten Unternehmen mit ähnlichen Abläufen. Fragen Sie, was im Projekt schwieriger war als gedacht, wie Änderungswünsche nach dem Start umgesetzt werden und ob sie wieder so entscheiden würden.

Ehrlich gesagt: Wenn Ihre Abläufe weitgehend dem Branchenüblichen entsprechen und Sie bereit sind, sich am Standard auszurichten, ist eine bewährte Standardsoftware oft die einfachste Wahl. Eine konfigurierbare Plattform spielt ihre Stärken aus, wenn Ihre Abläufe ein Teil dessen sind, was Ihr Unternehmen ausmacht.

XGait in der ERP-Auswahl

XGait gehört zur Kategorie der konfigurierbaren Plattformen: ein Business Framework für Unternehmenssoftware, nach Ihren Abläufen konfiguriert und nicht programmiert. Ihre Daten liegen getrennt von anderen Kunden, gehostet in Deutschland. Die Software kostet ab 970 € pro Monat netto, der Preis richtet sich nach dem Umfang, nicht nach der Zahl der Benutzer.

Ihr Lastenheft ist bei uns der Bauplan. Wir antworten darauf mit einem Umsetzungsvorschlag mit Angebot, der faktisch unser Pflichtenheft ist, und zeigen in der Präsentation gern Ihre eigenen Fälle. Der Weg: Erstgespräch, Prozessaufnahme, Umsetzungsvorschlag mit Angebot, Aufbau, Test und Freigabe, Schulung. Wenn Sie mitten in der Auswahl stehen, erstellen Sie Ihr Lastenheft im ERP-Lastenheft-Generator und fordern dort direkt einen Umsetzungsvorschlag an.

Wie das für Ihre Abläufe aussieht, zeigen wir Ihnen gern. Erstgespräch buchen

Häufige Fragen

Wie wählt man ein ERP-System aus?

In sechs Schritten: Ziele festlegen, Prozesse aufnehmen, ein Lastenheft schreiben, eine Longlist nach Kategorien auf wenige Kandidaten verkürzen, Präsentationen mit eigenen Fällen ansehen und nach Kosten über fünf Jahre und Referenzen entscheiden.

Welche Kriterien sind bei der ERP-Auswahl wichtig?

Neben den Funktionen vor allem das Lizenzmodell, eigene Instanz oder geteilte Cloud, die Anpassbarkeit, Schnittstellen, die Datenübernahme und wer den Betrieb übernimmt.

Brauche ich für die ERP-Auswahl ein Lastenheft?

Ja. Ohne Lastenheft vergleichen Sie Vorführungen statt Anforderungen. Das Lastenheft sorgt dafür, dass alle Kandidaten an denselben Abläufen gemessen werden.

Lohnt sich eine ERP-Auswahlberatung?

Eine Beratung kann helfen, wenn intern niemand Zeit oder Erfahrung für Prozessaufnahme und Lastenheft hat. Entscheidend ist, dass die Beratung unabhängig ist und Ihre Fachbereiche einbezieht.

Wann ist Standardsoftware die bessere Wahl?

Wenn Ihre Abläufe weitgehend dem Branchenüblichen entsprechen und Sie bereit sind, sich am Standard auszurichten. Dann ist eine bewährte Standardsoftware oft die einfachste Lösung.

Was unterscheidet ERP-Auswahl und ERP-Einführung?

Die Auswahl endet mit der Entscheidung für ein System. Die Einführung beginnt danach und umfasst Aufbau, Datenübernahme, Test, Schulung und Start.

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Ihr Lastenheft ist bei uns der Bauplan.
Wir antworten mit einem festen Angebot.

XGait ist kein Produkt von der Stange. Ihr System startet leer und wird auf Ihre Felder, Prozesse, Abläufe und Schnittstellen zugeschnitten, prozessoptimiert aufgebaut. Im Gespräch sagen wir Ihnen offen, was es braucht und in welche Richtung der Preis geht.

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